Fotograf: Frank Schreier Lost-Places-Motiv: Freisebad in Görlitz

Fotograf: Frank Schreier Lost-Places-Motiv: Schloss Vitzenburg in Querfurth

Sonderausstellung "Lost Places - unbekannte Schönheiten"
von Fotograf Frank Schreier

"Fotografie ist die Jagd nach dem perfekten Bild, wohl wissend, dass man es nie erreichen will, denn dann wäre die Jagd zu Ende." (Zitat Frank Schreier)

Die Sonderausstellung "Lost Places - Unbekannte Schönheiten" zeigt 29 Fotografien von Fotograf Frank Schreier.
Er nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch Mittel- und Ostdeutschland. Schauplätze sind längst vergessene Orte und Gebäude. Durch sein besonderes Talent erweckt er Ruinen wieder zu neuem Leben. Die Motive befinden sich hauptsächlich in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Weitere Informationen zum Fotografen finden Sie auf der Internetseite von Frank Schreier.

 

Was sagt der Fotograf selber über seine Ausstellung und seine Arbeiten

Seit 1975 fesselt mich die Fotografie mit all ihren Bereichen, wobei mein heutiger fotografischer Stand ausschließlich autodidaktisch erworben ist. Diese Leidenschaft ist für mich immer wieder ein innerer Antrieb, meine Kreativität ausleben zu können. Die Zeit im Augenblick und ihre Vergänglichkeit ist dabei mein künstlerisches Bestreben. So lege ich besonderen Wert auf das Einzelfoto, den entscheidenden Moment, in dem sich ein Ereignis in der Realität zu einem künstlerischen Bild verdichtet. Diese Bildsprache versuche ich, in meinen Bilder umzusetzen. Getreu meinem Leitsatz ist Fotografie Wahrnehmung, die Fähigkeit, im Chaos der Ereignisse das Foto als Komposition zu erkennen. Die Bildkomposition muss auf den Punkt stimmen; sie trägt die erzählte Geschichte und ist kein Selbstzweck. Die Bilder sollen das Thema tragen und erst in Folge den Fotografen. Dabei darf der Betrachter gern Teil des Bildes werden - ob jetzt, als plötzlich eintretender Akteur, oder "nur" als stiller Beobachter. Mir sind Momente wichtig, die einer längeren Zeit des Betrachtens und Nachdenkens bedürfen, um die Bedeutung einer künstlerischen Intention zu erkennen und ich bevorzuge Bilder, die etwas Neues offenbaren, sich der Zerbrechlichkeit unserer Umwelt bewusst zu werden. So ist es für mich mitunter auch legitim, reale Grenzen fotografisch zu durchbrechen. Nur dadurch eröffnen sich Sichtweisen, die man sonst nie erreichen würde. In dieser Ausstellung sind deshalb Motive gewählt, die das Motiv in all seiner fast verlorenen Schönheit zeigen. Dabei sind mir die noch vorhandenen Farben sowie der Istzustand besonders wichtig und sollen auch zur Erhaltung und nicht nur zur Zerstörung dieser Restzustände anregen.

Die Suche nach nach den Objekten gestaltet sich mitunter sehr schwierig. Gibt es das große Lager Derjenigen, die unbefugt eine Lost Place besuchen und sich somit in eine Rechtsverletzung sowie in persönliche Gefahr  begeben, gibt es das andere Lager Derjenigen, die derartige Objekte legal im Rahmen von Fototouren besuchen. Deshalb sind meine Motive ausschließlich bei Fototouren entstanden.

Die Gestaltung einer derartigen Ausstellung bedingt viel Feingefühl für das Thema. Dabei versuche ich, gleichartige Motiv nebeneinander zu zeigen. Verwendet werden grundsätzlich schwarze Rahmen mit schwarzem Untergrund, da ich der Meinung bin, das dies dem Thema entgegen kommt. Wichtig ist für mich auch, das alle Bilder ungeglast gezeigt werden. Ich möchte dem Betrachter so jegliche störende Spiegelung ersparen, damit er sich intensiv mit dem Motiv auseinander setzen kann.

Insgesamt habe ich seit 2016 ca. 20 Objekte besucht.